Begleitetes Wohnen

für Suchtkranke

Über Uns

Blaues Kreuz Leipzig e.V. Erzgebirgshof Bethlehemstift Sehmatal – Neudorf Begleitetes Wohnen für Suchtkranke

Unsere Identität: Wer wir sind

Unsere Einrichtung liegt mitten in der Natur. Umgeben von Wald und Wiesen bietet der dörflich-familiäre Charakter ein ideales Umfeld, um Hilfe und Gemeinschaft sowie Ruhe und Geborgenheit zu erleben. Als Alternative zu einem Leben in unserer schnelllebigen und leistungsorientierten Gesellschaft stellen wir einen Experimentierraum für Menschen zur Verfügung, die einen Neuanfang ohne Suchtmittel suchen. Dabei ist es uns wichtig, die Originalität und Kreativität jedes Einzelnen als Ebenbild Gottes auf der Basis christlicher Nächstenliebe zu schützen und zu fördern.

Richtungsgebendes Handlungskriterium und Motivation ist dabei die Erfahrung der Liebe und Barmherzigkeit Gottes. Sie lehrt uns Achtung voreinander und Liebe zueinander, ermöglicht uns gegenseitige Annahme, gibt uns Geduld zur wechselseitigen Begleitung, lässt uns aufatmen und behütet uns.

mit- und füreinander beten

einander tragen, in dem wir uns in Krisen auffangen und aufbauen

in Konflikten versöhnlich miteinander umgehen

Raum zur Entfaltung ermöglichen

Unser Alltag ist davon geprägt, dass wir...

Zeit füreinander haben

miteinander planen und arbeiten, feiern und lachen

pragmatisch-unkonventionelle Wege bei der Zukunftsgestaltung beschreiten

gastfreundlich sind

Unser Auftrag

Wozu Wir da sind

Als diakonische Einrichtung mit erkennbar evangelischem Profil sehen wir unsere Aufgabe darin, Gottes Liebe in Wort und Tat weiterzugeben. In der Kommunikation des Evangeliums laden wir zum Glauben ein und bieten Anstöße für eine sinnvolle Lebensgestaltung. Wir möchten im Rahmen unserer Gemeinschaft eine Oase der Nächstenliebe sein, in der die Würde der uns anvertrauten Menschen geachtet, ihr Lebensmut gestärkt und ihre Ressourcen gefördert werden. Die uns anvertrauten Menschen können auf dem Erzgebirgshof Bethlehemstift ihre Begabungen entdecken und trainieren. Die Förderung ihrer Eigenständigkeit liegt uns am Herzen.

Als Salz der Erde und Licht der Welt bauen wir ihnen Brücken zur Teilhabe (Partizipation)an gesellschaftlichen Angeboten im Sinne ihrer Wiedereinglie- derung (§ 42 SGB V, Belastungserprobung und Arbeitstherapie). Lebensfreude neu zu wecken, Vielfalt gemeinsam zu entdecken, Andersartigkeit geduldig als Geschenk anzusehen und in der Gesellschaft sozialanwaltschaftlich für die Belange von Menschen einzutreten – das sind die Kernanliegen unseres diakonischen Auftrags.

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Unsere Zielgruppe

Wem wir dienen

Der Personenkreis, den wir in diesem Rahmen aufnehmen, sind Menschen mit seelischer Behinderung infolge Sucht. Die vielfältigen Krisen unserer Zeit (Bezie- hungs-Krisen, Sinnkrisen, Lebenskrisen, Arbeitsplatzkrisen usw.) bringen es mit sich, dass von Zeit zu Zeit die Suche nach neuer Orientierung notwendig wird. Unser Nachsorgeangebot richtet sich an Menschen, die vor und/oder nach dem Konsum von Suchtmitteln verstärkt Nöte und Leid erleben und die spüren, dass sie Lebenshilfe und Veränderung benötigen. Die Dauer des Aufenthaltes kann sich zwischen zwei bis drei Wochen im Sinne einer kurzfristigen Krisenintervention bis hin zu mehreren Jahren im Sinne der Bereitstellung eines längerfristigen Zuhau- ses bewegen.

Für diesen Personenkreis möchten wir auf dem Erzgebirgshof einen Ort zum Leben anbieten – wie es unser Slogan zum Ausdruck bringt.

Über diese Zielgruppe hinaus bieten wir im Rahmen unserer Gästehausarbeit an, dass Gruppen aus Kirche und Gemeinde sowie aus der Suchtselbsthilfe zu Rüst- und Freizeiten zu uns kommen und dass ehemalige Bewohner Gemeinschaft er- leben und Kraft tanken.

Für Gruppen besteht sowohl die Möglichkeit, Freizeiten mit eigenem Programm durchzuführen als auch Verantwortliche des Erzgebirgshofes um Unterstützung bei der Gestaltung zu bitten (Vorträge und Bibelarbeiten, Besichtigung der Töpferei, Grillabenden, Ausflügen u. a. m.). Auch Einzelgäste und Angehörige von Bewohnern sind uns herzlich willkommen.

Unser differenzierter Förderansatz:
Wie wir mit Menschen arbeiten

Uns liegen die Entwicklung und der Erhalt von Selbstständigkeit und Selbstbestimmung, der Aufbau sozialer Kompetenz, die Festigung der lebenspraktischen Fähigkeiten und eine Erweiterung der persönlichen Handlungskompetenzen am Herzen.

Diese Anliegen möchten wir – unter Achtung der Persönlichkeitsrechte – durch einen wohlwollenden und wertschätzenden Umgang, mit den uns anvertrauten Menschen erreichen.

Neben den strukturgebenden Arbeits- und Beschäftigungsangeboten (Küche, Hauswirtschaft, Außen- Arbeitsgruppe), die für den einzelnen sinnstiftenden Cha- rakter haben können, möchten wir auf der Basis einer pädagogisch orientierten Entwicklungsförderung auch den persönlichen Besonderheiten des Einzelnen Raum geben. Weitere Angebote sind eine Freizeitgestaltung, das gemeinsame Vorbereiten und Feiern von Festen (Geburtstag, Sommerfest) sowie Ausflüge und Gemeinschaftsreisen (Besinnungswoche).

Der Förderansatz für das Begleitete
Wohnen gliedert sich in drei Phasen:

Im ersten Zeitraum (1. – 4. Monat) des Aufenthaltes auf dem Erzgebirgshof ist es uns wichtig, durch Anteilnahme und Empathie, durch Trost und Zuwendung eine stabile und belastbare Beziehung zwischen Bewohnern und Mitarbeitern her- zustellen. In dieser Zeit des Beziehungsaufbaus wollen wir durch Verständnis und Mitgefühl als Ausdruck von Barmherzigkeit die Individualität der Lebensgeschichte jedes einzelnen achten und ihm durch Interesse und geschenkte Zeit einen Ort der Geborgenheit ermöglichen sowie Brücken in die Gemeinschaft er- schließen. Durch praktizierte Nächstenliebe, z.B. in Form von Zuspruch und Auf- bau von Motivation möchten wir sowohl die Einsicht in die notwendige Suchtmit- telabstinenz als auch den Lebensmut und die Selbstverantwortung für den eige- nen Genesungsprozess wecken und stärken.

In der zweiten Phase (5. – 8. Monat) des Aufenthaltes legen wir besonderen Wert auf das gemeinsame Entdecken von Ressourcen und auf das Trainieren von Beziehungs- und Konfliktfähigkeit. Unter Mitwirkung des Bewohners, unter Ach- tung seiner Gaben und Grenzen werden gemeinsam mit einer Bezugsbetreuung zunächst kurz- und mittelfristige Ziele entwickelt, die realistisch sind. Die Anlei- tung in den verschiedenen Bereichen der Tagesförderung (z.B. Töpferei, Garten, Küche, Landwirtschaft) ereignet sich in der Weise, dass die einzelnen einen Ex- perimentierraum zur Steigerung ihrer Belastbarkeit erhalten und dabei durch Lob und Anerkennung, aber auch durch herausfordernde Rückmeldungen Stärken und Wachstumsbereiche für ihre ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung entde- cken. In diesen Förderabschnitt fällt auch die seelsorglich- therapeutische Beglei- tung mit einer Thematisierung der Lebensabschnitte, in denen z.B. Verlusterfah- rungen zu Enttäuschungen und daraus resultierend zu Abhängigkeitsverhalten geführt haben.

Die dritte Phase (9. – 12. Monat) der Förderung ist gekennzeichnet durch die Auseinandersetzung mit der Frage, ob die Einzelnen einen längerfristigen Aufent- halt in der Einrichtung benötigen oder ob ein (Wieder-) Einstieg in die Eigenstän- digkeit möglich ist. Unter Mitwirkung des Bewohners werden entsprechend der Leitziele zukunftsorientierte Schritte geplant, die sich sowohl auf eine geeignete Wohnform als auch auf Optionen für das Absolvieren einer Ausbildung oder der Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit beziehen (Absprachen mit dem Jobcenter Annaberg-Buchholz). Dabei bieten wir im Rahmen des begleitenden Dienstes zum einen Unterstützung für die formalen und rechtlichen Aspekte an, zum anderen

liegt uns auch die praktische Unterstützung beim Aufbau sozialer Kontakte (z.B. mit Suchtselbsthilfegruppen) und bei der konkreten Organisation und Durchführung des Umzugs am Herze